Störfeld Zahn: Was bedeutet das?
Was bedeutet der Begriff „Störfeld Zahn“? Darunter versteht man die Annahme, dass bestimmte Veränderungen im Zahn- oder Kieferbereich Auswirkungen auf andere Bereiche des Körpers haben können. Dazu zählen zum Beispiel chronische Entzündungen, nicht ausgeheilte Extraktionsstellen, wurzelbehandelte oder devitale (tote) Zähne sowie Narbengewebe. Diese Areale können den körpereigenen Regulations- und Heilungsprozess beeinflussen und stehen nach bestimmten Konzepten in Zusammenhang mit Organ- oder Funktionssystemen des Körpers.
Wie kann ein Zahn zum Störfeld werden?
Zähne stehen über das Nervensystem, den Blutkreislauf und das Bindegewebe in engem Austausch mit dem gesamten Körper. Wenn im Kieferbereich ein Gewebe dauerhaft entzündet, unterversorgt oder gestört ist, kann der Körper ständig Abwehrenergie aufbringen müssen. Dies kann dazu führen, dass sich Beschwerden zeigen, die nicht eindeutig als zahnmedizinisch erkannt werden, beispielsweise:
– chronische Müdigkeit oder Erschöpfung
– diffuse Muskel- oder Gelenkschmerzen
– Migräne oder Gesichtsschmerzen
– wiederkehrende Nebenhöhlenprobleme
– vegetative Beschwerden wie Unruhe oder Schlafstörungen
Dabei geht es nicht um unmittelbare Schmerzen am Zahn selbst, sondern um mögliche Wechselwirkungen im gesamten System.
Welche Bereiche können eine Rolle spielen?
– Wurzelbehandelte oder devitale Zähne: Auch wenn sie beschwerdefrei sind, können sie Stoffwechselprozesse verändern, insbesondere wenn im Wurzelkanal Reste von Bakterien oder Stoffwechselprodukten verbleiben.
– Narben im Kieferknochen: Beispielsweise nach der Entfernung von Weisheitszähnen, die nicht vollständig ausgeheilt sind.
– Kieferostitis / NICO: Fettig-degenerative Veränderungen im Knochen, die entzündliche Botenstoffe freisetzen können.
– Störfeldaktive Zahnfleisch- oder Knochentaschen: Chronische Parodontitisprozesse können den Körper durchgehend belasten.
Welche Diagnostik wird eingesetzt?
Zur Abklärung können genutzt werden:
– ausführliche Anamnese und körperbezogene Befundaufnahme
– DVT (Digitale Volumentomographie) zur dreidimensionalen Kieferanalyse
– ggf. mikrobiologische Tests
– Funktionsdiagnostik des Kiefers (z. B. bei muskulären Beschwerden)
– interdisziplinäre Betrachtung (z. B. mit Heilpraktiker:in, Osteopath:in, Ärzt:in)
Ziel ist, nicht nur den einzelnen Zahn zu betrachten, sondern das gesamte Zusammenspiel im Körper.
Welche Behandlungsmöglichkeiten gibt es?
Die Behandlung richtet sich nach dem jeweiligen Befund. Dazu können gehören:
– sorgfältige Entfernung entzündeten Gewebes
– sanfte Ausheilung von Extraktionsbereichen
– gegebenenfalls Entfernung oder Neuversorgung wurzelbehandelter Zähne
– Förderung der Knochenregeneration mit PRF/PRP (körpereigene Wachstumsfaktoren)
– Unterstützung des Stoffwechsels durch Vitamin D, K2 und entzündungsmodulierende Ernährung
Entscheidend ist ein ruhiges, schrittweises Vorgehen mit klarer Aufklärung und gemeinsamer Entscheidungsfindung.
Ihr Wohlbefinden liegt uns am Herzen
Wenn der Verdacht besteht, dass ein Bereich im Kiefer den Körper belastet oder Beschwerden nicht eindeutig zuzuordnen sind, begleiten wir Sie verständnisvoll und mit moderner Diagnostik. In der Zahnarztpraxis Dentiqua in Berlin-Friedenau betrachten wir Zähne nicht isoliert — sondern im Zusammenhang mit Ihrem gesamten Wohlbefinden.
Gemeinsam schaffen wir Klarheit — und einen Weg, der Körper und Mundgesundheit in Einklang bringt.